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CAT-Q Autismus Camouflage

Diese Seite wurde erstellt von Alexander Clahes, M.Sc.Psychologie, Neurospektrum-Praxis.de

Dieser Fragebogen (CAT-Q) unterstützt eine erste Selbsteinschätzung zu möglichen Maskierungs- oder Anpassungsstrategien, wie sie bei vielen autistischen Erwachsenen -besonders von Frauen - beschrieben werden. Er ersetzt keine Diagnose, kann aber dabei helfen, eigene Muster besser zu erkennen – insbesondere dann, wenn Schwierigkeiten lange gut kompensiert oder nach außen verborgen wurden.

Bitte beantworte alle Fragen ehrlich und spontan. Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“.

Hinweis: Dieses Screening dient nur der Orientierung. Eine Diagnose kann nur durch eine qualifizierte Fachperson gestellt werden. Alle Angaben bleiben anonym und werden nicht gespeichert.

Nutzungsgenehmigung:
© Die öffentliche Verwendung des CAT-Q erfolgt mit ausdrücklicher Genehmigung von Dr. Laura Hull, University of Bristol (E-Mail-Zusage vom November 2025)

1. Wenn ich mit jemandem interagiere, kopiere ich bewusst seine Körperhaltung oder Mimik.
2. Ich achte auf meine Körperhaltung oder Mimik, damit ich entspannt wirke.
3. Ich habe selten das Bedürfnis, mich in sozialen Situationen zu verstellen, um hindurchzukommen.
4. Ich habe mir ein Skript zurechtgelegt, dem ich in sozialen Situationen folge.
5. Ich wiederhole Sätze, die ich von anderen gehört habe, genauso, wie ich sie ursprünglich gehört habe.
6. Ich passe meine Körperhaltung oder Mimik an, damit ich an der anderen Person interessiert wirke.
7. In sozialen Situationen habe ich das Gefühl, eher eine Rolle zu spielen als ich selbst zu sein.
8. In meinen eigenen sozialen Interaktionen nutze ich Verhaltensweisen, die ich mir durch Beobachtung anderer angeeignet habe.
9. Ich denke ständig darüber nach, welchen Eindruck ich auf andere mache.
10. Ich brauche die Unterstützung anderer Menschen, um sozial aktiv zu sein.
11. Ich übe meine Mimik und Körperhaltung, um sicherzugehen, dass sie natürlich wirken.
12. Ich empfinde es nicht als notwendig, Blickkontakt aufzunehmen, wenn ich das nicht möchte.
13. Ich muss mich dazu zwingen, mit Menschen zu interagieren, wenn ich in sozialen Situationen bin.
14. Ich habe versucht, mein Verständnis für soziale Fähigkeiten zu verbessern, indem ich andere beobachtet habe.
15. Ich achte auf meine Körperhaltung oder Mimik, damit ich interessiert wirke.
16. In sozialen Situationen versuche ich Wege zu finden, um Interaktionen zu vermeiden.
17. Ich habe Regeln sozialer Interaktionen recherchiert, um meine sozialen Fähigkeiten zu verbessern.
18. Ich bin mir immer bewusst, welchen Eindruck ich auf andere Menschen mache.
19. Ich fühle mich frei, ich selbst zu sein, wenn ich mit anderen Menschen zusammen bin.
20. Ich lerne, wie Menschen ihre Körper und Gesichter in Interaktionen einsetzen, indem ich Fernsehen, Filme oder Literatur nutze.
21. Ich passe meine Körperhaltung oder Mimik an, damit ich entspannt wirke.
22. Wenn ich mit anderen spreche, habe ich das Gefühl, dass das Gespräch natürlich fließt.
23. Ich habe Zeit damit verbracht, soziale Fähigkeiten aus Fernsehsendungen und Filmen zu lernen und versuche, sie in meinen Interaktionen zu nutzen.
24. In sozialen Interaktionen achte ich nicht darauf, was mein Gesicht oder mein Körper machen.
25. In sozialen Situationen habe ich das Gefühl, vorzugeben, „normal“ zu sein.
Gesamtergebnis:
Einzelne Domänen über 39 Punkte sind als bedeutsam zu interpretieren.
1. Kompensation :
Strategien zur aktiven Kompensation sozialer Schwierigkeiten.
Beispiele: Nachahmen von Körpersprache und Gesichtsausdrücken, Erlernen sozialer Signale durch Filme und Bücher ("Filmsprache“).
2. Maskierung:
Strategien zur Verdeckung autistischer Merkmale oder zur Darstellung einer nicht-autistischen Persönlichkeit.
Beispiele: Gesichtsausdruck und Körperhaltung anpassen, um selbstbewusst oder entspannt zu wirken; bewusst eingesetzter Blickkontakt.
3. Assimilation:
Strategien zur sozialen Anpassung und Angleichung an andere.
Beispiele: Eine Rolle spielen, soziale Interaktionen vermeiden oder sich selber dazu zwingen.
Ihr Ergebnis

Ihr Gesamtscore liegt im Bereich, der typisch für Personen ohne ausgeprägte Maskierungs- oder Anpassungsstrategien ist.
Das bedeutet: Sie scheinen im Alltag eher wenig Energie darauf zu verwenden, soziale Situationen zu „glätten“, Unsicherheiten zu verbergen oder dich stark an andere anzupassen. Der CAT-Q ist kein Diagnosetool. Ein niedriger Wert sagt nichts darüber aus, ob Autismus vorliegt oder nicht – sondern ausschließlich über das Ausmaß bewusster oder unbewusster Anpassungsstrategien.

Wichtig ist: Ein erhöhter CAT-Q-Wert bedeutet nicht automatisch, dass eine Autismus-Spektrum-Störung vorliegt. Er zeigt jedoch, dass bestimmte Denk-, Wahrnehmungs- oder Verhaltensmuster vorhanden sein können, die im Zusammenhang mit sozialem Masking beschrieben werden.

Bei vielen Erwachsenen – insbesondere bei Frauen – gehören diese Anpassungsstrategien zu den häufigsten Gründen dafür, dass mögliche autistische Merkmale lange übersehen oder erst spät erkannt werden. Masking kann im Alltag sehr anstrengend sein und zu Erschöpfung, Stress oder dem Gefühl führen, ständig „eine Rolle zu spielen“.

Wenn Sie sich durch solche Muster belastet fühlen oder diese Ihr Leben deutlich prägen, kann eine fachliche Abklärung hilfreich sein.

Wenn Sie sich weiter mit diesem Thema auseinandersetzen möchten oder Fragen zur Einordnung haben, können wir dies gern in einem persönlichen Gespräch klären. Gemeinsam lässt sich gut herausfinden, ob weitere diagnostische Schritte hilfreich wären.