Die Ausstellung „Nahtstellen“ widmet sich textilen Arbeiten innerhalb der zeitgenössischenKunstszene und versteht das Textile dabei nicht als Randmedium, sondern als
eigenständige künstlerische Sprache. Lange Zeit galten textile Techniken als das Material häuslicher Unsichtbarkeit, produziert im Privaten, abgewertet als „Hausfrauenkunst“ oder als dekoratives Beiwerk. Was über Jahrhunderte Räume schmückte, Kleidung reparierte oder Familiengeschichten konservierte, fand im kunsthistorischen Kanon meist keinen Platz. Das Textile erfährt eine deutliche Neubewertung und etabliert sich zunehmend im Bereich der bildenden Künste. Textile Arbeiten sind Träger politischer Statements und beschäftigen sich mit Identität, Erinnerung, Care-Arbeit oder Konsum. Dieser Vielfalt wollen wir mit „Nahtstellen“ einen Raum geben. Ziel der Ausstellung ist es einerseits, die Sichtbarkeit textiler Positionen zu stärken und andererseits die Kunstszene in Osnabrück aktiv zu öffnen und zu vernetzen. Über unseren Open Call werden acht Künstler*innen ausgewählt. Vier Künstler:innen aus Osnabrück und der Region, vier weitere im Radius von 150km um Osnabrück herum (zum Beispiel Münster, Bielefeld, Oldenburg, Bremen). Gesucht werden Künstler:innen, die sich im Bereich der Textilkunst verorten und Werke, bei denen textile Verfahren sowohl klassisch als auch experimentell als Medium genutzt werden, um gesellschaftliche, persönliche oder räumliche Fragestellungen zu verhandeln. Siehst du dich und deine Praxis darin wieder? Dann bewirb dich! Wir freuen uns!