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Aufruf zur Mitzeichnung

Die deutschsprachige Foresight-Community bezieht Stellung. Mit der folgenden Stellungnahme unterstützen Zukunftsforscherinnen und Zukunftsforscher sowie Foresight-Praktikerinnen und -Praktiker aus Wissenschaft, Beratung, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft die Idee einer deutschen Bewerbung um die World Expo 2035 in Berlin und Brandenburg. 

Angestoßen wurde die Stellungnahme aus der Community gemeinsam mit dem Future Council, dem Zukunftsgremium der EXPO 2035 Berlin. Getragen wird sie von allen, die mitzeichnen. Ein erster Kreis aus der Community hat bereits unterschrieben, die Erstunterzeichnenden stehen unten. Je breiter die Community sichtbar wird, desto deutlicher ist das Signal an die Politik in Berlin, Brandenburg und im Bund. 

So zeichnen Sie mit 

•Mitzeichnung bis Sonntag, 25. Oktober 2026: hier DSGVO-konform unterzeichnen. 

•Veröffentlichung Anfang der Woche ab dem 26. Oktober 2026: die Stellungnahme mit der Liste aller Unterstützerinnen und Unterstützer, alphabetisch nach Nachnamen. 

•Sie zeichnen als Person. Die Angabe der Institution dient der Zuordnung. Mit Ihrer Mitzeichnung stimmen Sie der Veröffentlichung Ihres Namens und Ihrer Angaben zu. 

•Weitersagen: Bitte leiten Sie diesen Aufruf an Kolleginnen und Kollegen in Ihren Foresight-Netzwerken weiter.

Deutschland braucht den Mut zur Zukunft – Unterstützung für eine deutsche Bewerbung um die World Expo 2035 in Berlin und Brandenburg 

Stellungnahme der deutschsprachigen Foresight-Community zur World Expo 2035 Eine Initiative von D2030 Deutschland neu denken e.V. gemeinsam mit dem Future Council der EXPO 2035 Berlin 

An die politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger der Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bundesregierung 

Deutschland steht vor tiefgreifenden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, technologischen und ökologischen Veränderungen. Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, wie wir unsere Demokratie stärken, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit sichern, gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern und den notwendigen Wandel hin zu einer nachhaltigen und lebenswerten Zukunft bewältigen. 

Diese Herausforderungen verlangen mehr als kurzfristige politische Antworten. Sie verlangen gemeinsame Zukunftsbilder, langfristige Perspektiven und den Mut, neue Wege zu beschreiten. 

Als Zukunftsforscherinnen und Zukunftsforscher beschäftigen wir uns seit vielen Jahren mit den möglichen Zukünften unseres Landes. Szenarioprozesse wie das Projekt „Neue Horizonte 2045 – Missionen für Deutschland“ zeigen, wie wichtig es ist, gesellschaftliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und aus Zukunftsbildern konkrete Handlungsmöglichkeiten abzuleiten. 

Vor diesem Hintergrund unterstützen wir ausdrücklich das Ziel, eine deutsche Bewerbung um die World Expo 2035 mit Berlin und Brandenburg auf den Weg zu bringen. 

Eine Weltausstellung bietet Deutschland die außergewöhnliche Gelegenheit, gemeinsam mit internationalen Partnern Antworten auf die großen Zukunftsfragen unserer Zeit zu entwickeln, sichtbar zu machen und in konkrete Projekte zu übersetzen. 

Berlin und Brandenburg verfügen dafür über besondere Voraussetzungen. Die Hauptstadtregion vereint Wissenschaft und Forschung, innovative Unternehmen, Kunst und Kultur, eine vielfältige Zivilgesellschaft und internationale Verbindungen. Zugleich steht sie beispielhaft für viele Herausforderungen, die auch andere Metropolregionen weltweit beschäftigen: nachhaltige Stadtentwicklung, bezahlbares Wohnen, Mobilität, Energieversorgung, wirtschaftliche Transformation, soziale Teilhabe und demokratischer Zusammenhalt. 

Eine World Expo 2035 kann weit über das eigentliche Ausstellungsjahr hinauswirken. Sie kann einen langfristigen Entwicklungsprozess anstoßen, Investitionen und Innovationen mobilisieren, internationale Kooperationen stärken und Menschen ermutigen, Veränderungen aktiv mitzugestalten. 

Gerade in einer Zeit, in der öffentliche Debatten häufig von Krisen, Unsicherheiten und Zukunftsängstengeprägt sind, braucht Deutschland ein gemeinsames Vorhaben, das Zuversicht vermittelt und die Möglichkeiten einer offenen, demokratischen Gesellschaft sichtbar macht. 

Die World Expo 2035 bietet die Chance, Zukunft nicht allein als Herausforderung, sondern als gemeinsame Gestaltungsaufgabe zu begreifen. Sie kann zeigen, wie aus wissenschaftlichen Erkenntnissen, unternehmerischer Innovationskraft, politischer Verantwortung und zivilgesellschaftlichem Engagement konkrete Lösungen entstehen. 

Der von der EXPO 2035 Berlin formulierte Leitgedanke „Freedom to Transform – Living the Future Together“ beschreibt einen Anspruch, der sich eng mit unserem Verständnis von Zukunftsforschung verbindet: Zukunft ist nicht vorgegeben. Sie entsteht durch Entscheidungen, Beteiligung und gemeinsames Handeln. 

Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Initiative für eine World Expo 2035 aus der Zivilgesellschaft hervorgegangen ist und inzwischen breite Unterstützung aus Wirtschaft, Wissenschaft und weiteren gesellschaftlichen Bereichen erfährt. 

Eine solche Bewerbung kann nur erfolgreich sein, wenn Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen. Sie erfordert eine sorgfältige Prüfung der wirtschaftlichen und organisatorischen Voraussetzungen, aber ebenso die Bereitschaft, langfristige Chancen angemessen zu gewichten. 

Wir appellieren deshalb an die politischen Verantwortlichen in Berlin, Brandenburg und im Bund, die Voraussetzungen für eine gemeinsame deutsche Bewerbung zu schaffen und zeitnah eine verbindliche politische Entscheidung für diesen Weg zu treffen. 

Deutschland sollte die Chance nutzen, im Jahr 2035 Gastgeber eines internationalen Zukunftsdialogs zu werden und zugleich bereits heute die Grundlagen für eine nachhaltige Entwicklung bis weit über 2035 hinaus zu legen. 

Wir sind bereit, unsere Erfahrungen und Kompetenzen aus der Zukunftsforschung, der Szenarioentwicklung und der Gestaltung partizipativer Zukunftsprozesse in die weitere konzeptionelle Entwicklung einzubringen. 

Eine deutsche World Expo 2035 wäre ein starkes Zeichen für ein Land, das seine Zukunft nicht dem Zufall überlässt, sondern sie gemeinsam, demokratisch und mit internationaler Verantwortung in die Hand nimmt. 

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner aus der deutschsprachigen Foresight-Community 

   

Erstunterzeichnende 

Dr. Alexander Fink, Zukunftsforscher, ScMI AG, Paderborn, Vorsitzender D2030 e.V. 

Prof. Dr. Laura Bechthold, Chairwoman Future Council der EXPO 2035 Berlin, Bayerisches Foresight-Institut der TH Ingolstadt 

Klaus Burmeister, Zukunftsforscher, foresightlab, Futura Biennale, Berlin 

Hanna Rammig, Zukunftsforscherin, ScMI AG, Paderborn, Vorstand D2030 e.V. 

Beate Schulz-Montag, Zukunftsforscherin, foresightlab, Berlin

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